Erdgashandel: ein Leitfaden für Investitionen

Der Handel von Erdgas (auch NATGAS genannt) hat trotz oder vielleicht gerade wegen der Energiewende großes Potenzial. Es ist ein dynamischer Handel, dessen Investitionen sich insbesondere in den nächsten Jahren lohnen können. Erdgas gilt als Übergangsbrennstoff, denn die nachhaltige Energie zieht stark nach. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über den Erdgashandel und möglichen Investitionen.

Hintergrund: Erdgas in Deutschland

Fast 24 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie wird aus Erdgas gewonnen (Stand 2022). 47 Milliarden Kilowattstunden werden jährlich in der Bundesrepublik gefördert. Dabei werden knapp 95 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs importiert. Das Gas kommt zu großen Teilen aus Norwegen und Russland. Dort wird es aus natürlichen Lagerstätten gewonnen und durch Bohrungen gefördert und anschließend eingespeichert. Das NATGAS wird als nächstes gereinigt und dann durch Pipelines oder per Transport (über das Meer, per LKW oder Zug) nach Deutschland gebracht. Hier wird es in unterirdischen Lagerstätten gespeichert und je nach Bedarf (Winter und Sommer) genutzt.

Der Handel von Erdgas

Der Erdgashandel erfolgt entweder per Investition auf langfristige Weise oder per Handel (kurzfristig). Falls Sie in NATGAS investieren wollen, erfolgt dies durch ETFs (Exchange-Traded Funds) oder durch den Erwerb von Aktien der Gasunternehmen. Wenn Sie ein hohes Risiko und eine hohe Volatilität im Handel vermeiden wollen, empfehlen sich zum Beispiel Aktien der Großunternehmen Shell oder BP (BP.UK). Wichtig sind beim Handel von Erdgas die Preise. Wer sich sehr gut im Aktienhandel auskennt, kann auch in CFDs (Contracts for Difference oder Differenzkontrakte) investieren. Allerdings ist dies sehr risikoreich anzusehen. Gut zu wissen: Gas wird nur online gehandelt, das liegt unter anderem daran, dass die Lagerung des Gases kompliziert ist.

Preisbildung von Erdgas

Logischerweise hängen die Preise für Erdgas von Angebot und Nachfrage ab. Daneben können politische Ereignisse (der Angriff Russlands auf die Ukraine), Klimabedingungen sowie Fortschritte in der Wissenschaft im Energiebereich den Preis des Gases beeinflussen. 2017 gab es Änderungen in der Gasnetzzugangsverordnung. Die beiden Marktgebiete Gaspool und NCG wurden damit im Jahr 2022 zusammengelegt und somit wurde der Markteintritt und auch das Handeln in Deutschland erleichtert.

Risiken beim Handel von NATGAS

Nach wie vor zeigt der Erdgashandel eine hohe Volatilität auf.

Aus diesem Grunde benötigen Sie ein durchdachtes Risikomanagement in Bezug auf den Erdgashandel. Sie sollten sich vor dem Handel mit NATGAS eine klare Strategie überlegen und Richtlinien für den Einstieg und Ausstieg setzen. Außerdem ist eine intensive Beobachtung des Marktes erforderlich, um beim Handel von Erdgas mitzumachen. Ein umfassendes Verständnis im Gasmarkt hilft Ihnen, das Risiko für Investitionen zu vermindern.

Dynamik des Erdgashandels

Wie bereits erwähnt sollten Sie sich in die aktuelle Situation des Erdgashandels einlesen. Ein entscheidender Faktor sind zum Beispiel die Lieferverträge im Gashandel. Die Verträge können sowohl zwischen Ländern als auch Unternehmen abgeschlossen werden. Auf diese Weise wird die Energieversorgung geplant. Langfristige Verträge wirken sich auch auf den Handel im Erdgas aus. Das Unternehmen RWE unterzeichnete zum Beispiel im Oktober 2023 einen neuen Liefervertrag für Erdgas mit norwegischem Energieunternehmen Equinor. Die langfristigen Importverträge von dem Unternehmen Uniper mit Russland sind ebenfalls wesentlich für die Entwicklung im Gashandel. Eben diese laufen noch bis zum Jahr 2030. Anschließend sollen sie aber nicht verlängert werden.

Nachhaltiger Energietrend

Das aufsteigende Umweltbewusstsein spielt auch im Gashandel eine Rolle. Investoren sollten daher die Entwicklung von nachhaltigen Energiequellen im Auge behalten. Bisher ist der Handel von Erdgas immer noch um einiges attraktiver und die Ausgaben in grüne Anlagen lohnen sich kaum, was sich aber in Zukunft ändern könnte. Erdgaskonzerne haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie dauerhaft profitabel sind, weshalb sich die Investition in Clean-Energy an der Börse wahrscheinlich noch nicht lohnt.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Investition im Erdgashandel sehr lukrativ sein kann. Eine umfassende Beratung in diesem Bereich sowie die genaue Untersuchung des Marktes ist jedoch empfehlenswert.

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