Bitcoin gegen Null oder 1 Millionen? Die zyklische Natur von Bitcoin

Was ist los mit dem Bitcoin? Im November 2021 hatte BTC neue Hochstände erreicht, zurzeit notiert der Kurs bei einem Preis, der auf dem Niveau von vor zwei Jahren liegt. Dabei verspricht Bitcoin doch enorme Preissteigerungen und ein Schutz gegen Inflation zu sein. Oder nicht? Kritiker verkennen oftmals, worum es bei Bitcoin tatsächlich geht, und sind sich nicht dessen zyklische Natur bewusst.

Bitcoin und seine Preisschwankungen

Mittlerweile gestalten einem Exchanges und Broker den Kauf von Kryptowährungen wesentlicher einfacher als in der Vergangenheit. Auch wenn viele Menschen noch immer Bedenken haben, sich den Handel mit Bitcoin und Co. nicht zutrauen oder es am technischen Verständnis fehlt, drängen immer mehr auf den Krypto-Markt. Die Bandbreite reicht von einfachen Menschen in Schwellenländern, welche sie für Transaktionen nutzen, bis hin zu institutionellen Investoren und Unternehmen. Interessierte können Bitcoin mit PayPal kaufen, mit Banküberweisung, Kreditkarte oder über fortgeschrittenere Handelsinstrumente.

Doch dabei gilt: Vorsicht. Die hohe Volatilität der Kryptowährungen ist berühmt und berüchtigt. Für Daytrader ist sie ein Segen, die Preisschwankungen können zu turbulenten Zeiten in den zweistelligen Prozentbereich fallen. Dadurch lassen sich im Vergleich zu Aktien, Rohstoffen und anderen handelsüblichen Assets enorme Gewinne aber auch große Verluste erzielen.

Der Bitcoin selbst ist das bekannteste Beispiel, auch wenn viele Altcoins (wie Ethereum, Cardano, Dogecoin) ebenso größere Höhenflüge und schmerzhaftere Bruchlandungen hinlegen können. Am 18. Dezember 2017 notierte BTC noch bei 19.100 US-Dollar, der damalige Höchststand. Im nachfolgenden Jahr fiel der Preis auf bis zu 3.000 US-Dollar. Dieser Trend zeigte sich auch bei den vorigen Boom-und-Bust-Zyklen von Bitcoin: Zwar sank der Kurs nach dem Allzeithoch stark, doch hielt er sich über dem Niveau vor dem Höchstpreis.

Was ist nun anders? Derzeit liegt das Allzeithoch von Bitcoin bei 68.789 US-Dollar und wurde am 10. November 2021 erzielt. Es kam, wie zuvor auch, zu Abverkäufen, der Preis taumelte, konnte sich zwischenzeitlich mehrmals stabilisieren und wieder steigen. Dann fiel der Kurs schließlich und die Katerstimmung setzte ein. Mittlerweile (Stand Januar 2023) notiert ein BTC bei 16.780 US-Dollar und damit weit unter dem Niveau vor dem Allzeithoch.

Andere Märkte, andere Bedingungen

Bitcoin musste also erhebliche Verluste hinnehmen. Während die Kryptowährung nach dem Maximalstand 2017/2018 gut 84 % an Wert verlor, waren es von 2021 bis 2023 „nur“ 75 %. Auch wenn die Zahlen erst einmal dramatisch erscheinen, sind die Verluste prozentual gesehen nicht größer. Jedoch ist der Krypto-Winter noch nicht vorbei und es ist sehr gut möglich, dass Bitcoin noch bis ins Jahr 2024 weitere Verluste hinnehmen muss. Der Grund dafür könnte in den veränderten Bedingungen zu finden sein.

Bitcoin als Vorhängeschloss

Bitcoin und Kryptowährungen sind kein in sich geschlossener Markt. Es gibt unterschiedliche äußere Faktoren, welche auf sie einwirken. 2018 warnten Experten bereits vor verschiedenen Risiken, während die Aktienkurse neue Höhen erklimmten. Die Bedingungen waren insgesamt allerdings noch immer positiv.

Die 2020er Jahre hingegen zeichnen ein anderes Bild. Als Anfang 2020 die Corona-Krise die Märkte durchschüttelte, brach auch der zuvor stark steigende Bitcoin-Kurs ein. Im März kam es zu einem Einbruch von 9.000 US-Dollar auf 5.000 US-Dollar, womit der Preis 40 % verlor. Anleger retten sich aus risikoreichen Asset-Klassen in sichere Anlagen. Zwar konnte Bitcoin in den folgenden Monaten stark zulegen und schließlich sein derzeitiges Allzeithoch erreichen. Doch die Bedingungen allgemein hatten sich nun geändert. Inflation, Krieg, Lockdowns, Energiekrise und vieles mehr machen Bitcoin zu einem weniger attraktiven Investment. Für die meisten Trader ist es nicht der sichere Hafen wie etwa Gold.

Bitcoins Versprechen

Das Versprechen sei gebrochen, höhnten die Kritiker. Bitcoin sei nicht krisensicher, kein Schutz gegen Inflation und 100.000 US-Dollar hatte es auch nicht erreicht. Bald geht es gegen Null, die Kryptowährung würde wertlos werden. Doch was ist eigentlich Bitcoins zentrales Versprechen? Wer sich das White Paper von Satoshi Nakamoto durchliest oder gar den Code von Bitcoin studiert, wird nichts davon finden, dass ein BTC diesen oder jenen Preis haben sollte. Die Annahme, Bitcoins Preis würde in Zukunft noch weiter und weiter steigen, speist sich aus seinem Knappheitsversprechen. Sie ist die logische Schlussfolgerung auf der Grundlage seiner Eigenschaften.

21.000.000 BTC, mehr wird es niemals geben. Das ist das zentrale, verifizierbare und jederzeit nachprüfbare Versprechen von Bitcoin. Und das wurde bis heute gehalten. Während niemand vorhersagen kann, wie viele Euros und US-Dollars in den nächsten Jahren noch geschaffen werden, wie sehr die Inflation die Preise steigen lässt und die Kaufkraft schwindet, wächst die Menge an BTC stetig, immer langsamer, bis sie einen Punkt erreicht hat, an dem keine mehr geschaffen werden. Das ist so im Code festgeschrieben und das Netzwerk hält diese Regel eisern ein.

Was die Menschen damit machen, ist ihre Sache. Bitcoin existiert, schüttet gemäß seiner Programmierung eine immer kleinere Menge an BTC aus, verifiziert pünktlich und regelmäßig Transaktionen und schafft neue Blöcke. Dafür wurde es geschaffen. Und je mehr Menschen dieses Netzwerk nutzen, je mehr Menschen Bitcoin als Wertspeicher verwenden, desto höher wird der Wert steigen. Die Preissteigerung ist die logische Folgerung aus einem immer knapperen Gut, das auf eine erhöhte Nachfrage stößt.

Das Bitcoin Halving: Vorbote neuer Allzeithochs?

Das Bitcoin Halving markiert einen wichtigen Punkt in der Geldpolitik von Bitcoin. Beim Halving („Halbierung“) werden die Block-Rewards halbiert. Das heißt: Jeder Miner bekommt für die Arbeit, einen neuen Block zu schaffen, nur noch die Hälfte an BTC als Belohnung. Die Ausschüttung von BTC für das Mining und die Verifizierung von Transaktionen ist der Anreiz für die Miner, diese kostspielige Aufgabe überhaupt zu übernehmen. Nach dem Halving bekommen sie jedoch weniger, obwohl die Stromkosten und die Preise für die Hardware weiter steigen. Wie kann das funktionieren?

Bitcoin Miner

Die Theorie: Durch das Halving verringert sich die Emission von Bitcoin, das Gut wird immer knapper und dadurch begehrter. Der Preis steigt, auch wenn die Miner zunächst einmal weniger einnehmen. In der Praxis hat das bisher tatsächlich funktioniert. Auch wenn eine direkte Korrelation sich nicht gänzlich nachweisen lässt, geht jedem neuen Allzeithoch zunächst ein Halving voraus. Die Halbierung der Belohnung findet regelmäßig alle 210.000 Blöcke statt, was wiederum vier Jahren entspricht. Und in diesen Zeiträumen spielen sich die bislang zu beobachtenden Zyklen von Bitcoin ab.

Im Jahr 2009 betrug der Block Reward noch 50 BTC. 2012 wurde dieser Betrag auf 25 BTC halbiert, 2016 auf 12,5 BTC. 2014 und 2017/2018 erlebte Bitcoin auch seine damaligen Höchststände. Das nächste Halving erfolgte 2020, jeder erfolgreiche Miner erhielt demnach nur noch 6,25 BTC. Ein Jahr später stieg der Preis auf 68.789 US-Dollar. Das nächste Halving wird 2024 kommen. Lässt sich demnach erwarten, dass Bitcoin auch hier wieder das nächste Allzeithoch erreichen wird?

Bitcoins deflationäre Natur

Bitcoin inflationiert immer langsamer. Von Inflation zu sprechen ist letztlich nicht richtig, denn die 21.000.000 BTC existieren bereits, sie werden nur mit der Zeit, langsamer und langsamer, ausgeschüttet. Bitcoin ist, entgegen gängiger Währungen des 20. und des frühen 21. Jahrhunderts, deflationär ausgelegt. Daraus ergibt sich auch die zyklische Natur von Bitcoin, die ständigen Blasenbildungen und die Abstürze der Kurse. Je mehr auf den Markt streben, desto mehr Nachfrage und desto höher steigt der Preis, bis ein vorläufiger Zenit erreicht ist. Dann platzt die Blase, doch bisher zeigen jegliche Charts, dass der Trend klar nach oben geht. Ob 2024/25 nun die 100.000 oder gar die 1 Million geknackt werden, bleibt abzuwarten. Viele äußere Faktoren können zum Positiven oder zum Negativen auf Bitcoin einwirken. Spannend bleibt es allemal.

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