Goldkursentwicklung 2017: Diese Faktoren gilt es zu beachten!

Jedem Anleger, der in Gold investiert, werden immer zahlreiche Faktoren vorgepredigt, die bezüglich der Goldpreisentwicklung zu beachten sind. Die Konjunktur in den größten Volkswirtschaften muss beachtet werden, im Herbst steigt die Nachfrage nach Gold in Indien wegen der Heiratssaison oder die Geldpolitik der EZB und der FED sind zu verfolgen.

Gerade für private Anleger wirken solche Listen aus Einflussfaktoren immer etwas hypothetisch und realitätsfremd. Wir wollen deshalb ganz konkrete Fragen stellen, die im zweiten Halbjahr 2017 und im ersten Halbjahr 2018, zu beachten sind, damit die Goldpreisentwicklung entsprechend eingeschätzt werden kann.

Wie wird sich der US-Dollar-Kurs kurzfristig entwickeln?

In jeder Auflistung zu den wichtigsten Einflusskriterien für Gold findet sich immer der Dollarkurs als wesentlicher Faktor. Der Grund dafür ist die Notierung des Goldkurses in US-Dollar. Kein anderes Kriterium hat demnach einen so direkten Einfluss auf den Goldpreis.

Money concept

Sobald sich der Wert des US-Dollars ändert, ändert sich auch direkt der Goldpreis in dieser Währung. Wenn der Kurs des Dollars steigt, bekommen Anleger direkt mehr Gold für weniger Dollar und umgekehrt. Doch warum ist dies in der zweiten Jahreshälfte 2017 und Anfang 2018 so enorm wichtig?

Zahlreiche Faktoren setzen den US-Dollar zunehmend unter Druck:

  • Trumps Politik isoliert die USA (siehe Ausstieg Pariser Abkommen)
  • Trump begrüßt einen schwachen US-Dollar um die Exporte anzukurbeln
  • Die Krise mit Nordkorea lässt Anleger aus dem US-Dollar fliehen
  • Die FED hat die Erhöhung der Leitzinsen vorläufig eingestellt
  • Krypto-Währungen gewinnen zunehmend Bedeutung als sichere Alternativen zur Geldanlage

Antwort: Ein schwacher US-Dollar scheint also alles andere als unwahrscheinlich und dann werden mehr Dollar benötigt um eine bestimmte Menge Gold anzukaufen. Dies dürfte den Goldpreis nach oben treiben.

Wie wird sich die Inflation zeitnah entwickeln?

Unsere typischen Währungen unterliegen in der Regel einem Wertverfall. Dies ist auch gut für den Konsum, aber schlecht für Geldanlagen. Anleger wollen demnach diesen Wertverfall vermeiden und Gold ist ein altbekannter Weg, um dies zu erreichen. Deshalb besteht auch immer eine starke Verbindung zwischen Gold und Inflation. Diese Beziehung geht über den direkten Einfluss des US-Dollar auf den Goldpreis hinaus.

Das #brexit-Votum im letzten Jahr zeigte dies sehr deutlich. Viele Briten gingen damals von einem starken Wertverfall des britischen Pfunds (GBP) aus und die sofortige Antwort war ein Ansteigen des Goldkurses. Deshalb lohnt es sich immer die Inflation als Goldanleger im Auge zu behalten.

Doch welche Entwicklungen sind in dieser Hinsicht absehbar?

In der ersten Jahreshälfte 2017 stieg die Inflation teilweise bis zum Grenzwert von 2 % an. Ab dieser Schwelle möchten die Notenbank normalerweise den Wertverfall bremsen, sprich er wird darüber als hoch angesehen. Dies gilt für den Euroraum ebenso wie für die USA. Hinzu kommt die künstliche Dämpfung der Inflation durch die geringen Energiepreise, die sich dank erneuerbarer und umweltfreundlicher Ressourcen immer weiter reduzieren. Trotzdem weigern sich Janet Yellen in den USA und Mario Draghi von der EZB die Zinsen zu erhöhen, um der Inflation entgegen zu wirken. Wie steht es also wirklich um die Inflation und die Zinsen?

Antwort: Mittlerweile zeigen sich auch die Gründe für diese Zurückhaltung. Die Kerninflation ist weiterhin zu gering, um eine Zinserhöhung zu rechtfertigen. Dieser Trend wird sich wohl noch mindestens bis zum zweiten Quartal 2018 fortsetzen. Nur die Auswirkungen dieser beiden Faktoren (Inflation und Zinsen) wirken einander entgegen. Niedrigere Zinsen sprechen für einen steigenden Goldkurs und niedrige Inflation spricht für einen sinkenden Goldkurs. Derzeit scheint jedoch der erste Effekt zu überwiegen.

Wie wird Gold mittelfristig eingesetzt?

Sehr konkret ist auch die Frage, wie Gold verwendet wird. Anlagegüter mit rein spekulativem Wert sind immer mit Vorsicht zu genießen. Ein hervorragendes Beispiel aus der Finanzgeschichte ist die erste große Spekulationsblase aus Holland.

Damals stiegen die Preise für Tulpen-Zwiebeln astronomisch und irrational an, bis plötzlich die Blase platzte. An diesem Punkt mussten sich die Eigner der Tulpen plötzlich fragen, für was sie ihren Besitz einsetzen können. Eine schöne Blume wachsen zu lassen, die dann verwelkt, erschien plötzlich wie ein sehr teurer Spaß.
Manche Zwiebeln wurden nämlich am Tag zuvor noch zum Wert von Häusern gehandelt.

Gold ist eine derart stabile und sichere Wertanlage, da dieses Edelmetall zahlreichen Verwendungen zugeführt werden kann. Es ist nicht nur schön anzusehen. Einige Beispiele können hier entdeckt werden. Vor allem die technischen und medizinischen Anwendungen werden ständig erweitert. Aus diesem Grund ist von einer positiven Wertentwicklung des Goldes lang- und mittelfristig auszugehen. Wer also auf eine langfristige Anlage setzt, kann praktisch immer Gold kaufen – auch jetzt!


Ein Kommentar schreiben: