Lexikon

Zu erwarten, dass jeder Verbraucher in allen Bereichen des Finanzwesens zu Hause ist und über umfangreiches Hintergrundwissen verfügt, ist aus naheliegenden Gründen wenig sinnvoll. Selbst für Experten ist es nicht leicht, die ganze Bandbreite an Informationen zu Geldanlagen und anderen Produkten aus dem Effeff abrufbar zu haben. Zu umfangreich ist die Thematik, als dass jeder Laie Finanzprofis Konkurrenz machen könnte. Dennoch lohnt es sich für Verbraucher, sich wenigstens in einzelnen Bereichen auszukennen. Wer etwa ein Beratungsgespräch zu einem Darlehenswunsch vor sich hat, sollte sich über ein Kredit und Finanz Lexikon wenigstens die wesentlichsten Termini vor Augen führen. Denn neue Studien bestätigen, dass auch in der ersten Zeit nach der Krise trotz der neuen rechtlichen Vorgaben für die Beratung von Anlegern und Kreditkunden nicht ausschließlich nur die Ansprüche der Kunden in den Mittelpunkt der Gespräche gestellt werden. Noch immer spielen die Umsätze der Produktanbieter und die Provisionen für die erfolgreiche Vermittlung vielfach eine wichtige Rolle.

Kunden, die auf den Besuch beim virtuellen Kredit und Finanz Lexikon verzichten, nehmen im Grunde billigend in Kauf, im Verlaufe der Beratung etwas falsch zu verstehen und so vielleicht eine falsche Entscheidung zu treffen. Dabei lässt sich das Lexikon bezüglich der Kredit- und Anlage-Begrifflichkeiten bedarfsgerecht einsetzen. Das bedeutet: Wer sich für Geldanlagen interessiert, kann gezielt nach Erklärungen für diesen Bereich suchen, während Kreditnehmer in spe ohne langes Suchen Erläuterungen zu den unterschiedlichen Aspekten eines Kreditantrags Ausschau halten können.

Klare gesetzliche Regelungen für den Verbraucherkredit

Vorrangig spricht das Kredit und Finanz Lexikon private Kunden an. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Leser unter anderem erfahren können, welche Vorgaben der Gesetzgeber bezüglich eines Kreditvertrages den Anbietern von Krediten macht. Im Rahmen der Verbraucherkreditrichtlinie schreibt das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass grundsätzlich schriftliche Kreditverträge geschlossen werden müssen, wenn sich ein Verbraucher für die Nutzung eines Darlehens entscheidet. In den Verträgen muss neben den genauen Rückzahlungsmodalitäten und die Laufzeit natürlich der exakte Nettobetrag des Kredites angeführt werden. Je nach dem, ob Teilzahlungen oder eine Einmalzahlung vereinbart wurden, müssen auch diese im Vertrag aufgelistet werden. Werden zum Schutz des Kreditnehmer so genannte Restschuldversicherungen abgeschlossen, müssen auch diese ein fester Bestandteil des Darlehensvertrages sein. Andere Sicherheiten sind ebenfalls schriftlich festzuhalten. Der letzte wichtige Punkt sind die vereinbarten effektiven Zinsen, die der Kreditnehmer dem Kreditgeber pro Jahr zu zahlen hat.

Schnelle Informationsbeschaffung im WWW

Dank Internet können sich Verbraucher heute in der Regel die Anschaffung eines Fachwörterbuches ersparen. Mit dem Lexikon zu allen Fragen des Kredit- und Finanz-Marktes sind die Leser bestens versorgt, wenn sie rasch unklare Begriffe geklärt wissen möchten. Im Folgenden sollen einige der wichtigen Begrifflichkeiten definiert werden, die zu am häufigsten nachgefragten Fachtermini zu zählen. Die Auflistung erfolgt standardmäßig in alphabetischer Reihenfolge, ein Anspruch auf Vollständigkeit kann bedingt durch die umfangreiche Materie nicht erhoben. Verbraucher können jedoch bei Bedarf Anfragen zu weiteren Begriffen stellen.

Von A wie Abrufkredit bis V wie Vorfälligkeitszinsen – die wichtigen Aspekte für Kreditnehmer

Der Abrufkredit:

Unter einem so genannten Abrufkredit bezeichnet man Darlehen, die nicht – wie etwa bei einer Baufinanzierung vielfach gebräuchlich – direkt nach der Bereitstellung in voller Höhe investiert werden. Verbraucher können den Abrufkredit beispielsweise dann nutzen, wenn sie nicht genau wissen, zu welchem Zeitpunkt sie die bereitgestellten Gelder benötigen werden. Die Rückzahlung der abgerufenen Summen kann meist wahlweise in monatlichen Raten oder als Einmalzahlung erfolgen. Kosten entstehen Kreditnehmern nur für Summen, die tatsächlich abgerufen wurden. Sinnvoll ist der Abrufkredit vor allem dann, wenn Verbraucher besonders flexibel vom Darlehen Gebrauch machen möchten, ohne erneut eine langwierige Prüfung des Antrags in Kauf zu nehmen.

Bonität:

Die Bonität ist wohl der wichtigste Aspekt bei der Beantragung eines Kredites. Dahinter verbirgt sich die so genannte Kreditwürdigkeit. Banken und andere Kreditanbieter stellen in der Regel eine Anfrage bei der größten deutschen Auskunftei – der Schufa – oder einem ähnlichen Unternehmen. Dort werden für die Verbraucher so genannte Scoring-Werte ermittelt. Einfluss auf diese Werte haben Ausfälle bei früheren Krediten, Mietrückstände oder unbezahlte Rechnungen bei Vertragspartnern. Sofern es sich nicht um ein Produkt aus dem Bereich der schufa-freien Darlehen handelt, kann ein zu geringer Bonitätswert zu einer Ablehnung des Kreditwunsches führen. Für vorbelastete Verbraucher sind Darlehen ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit oftmals die einzige Aussicht auf einen Erfolg:

Darlehensgesamtbetrag:

Einzig anhand der Aussagen zu den Zinskosten fällt es vielen Kreditnehmer schwer, zu erkennen, welche Ausgaben ein Kredit wirklich nach sich zieht. Leichter verstehen unerfahrene Kunden die Rahmenbedingungen, wenn sie den Darlehensgesamtbetrag kennen. Dieser bezieht sich auf die Kosten, die bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit eines Kredites durch den eigentlichen gewünschten Kreditbetrag sowie die anfallenden Zinskosten und die verschiedenen Gebühren ergeben werden.

ist der Betrag der durch einen Kredit mit Kreditgebühren und Zinsen über die gesamte Laufzeit fällig wird und vom Kreditnehmer fällig wird. Informieren Sie sich immer über den Kreditbetrag und den Darlehensgesamtbetrag.

Effektivzins:

Durften Kreditanbieter früher noch den so genannten Nominalzins für ihre Werbeaktionen nutzen, sieht der Gesetzgeber inzwischen vor, dass die Dienstleister ihren potentiellen Kunden den Effektivzins nennen, der pro Jahr kalkuliert wird. Unter diesem Obergriff werden alle üblichen Kreditkosten inklusive der normalen Nebenkosten zusammengefasst, die Jahr für infolge der Darlehensaufnahme anfallen. Hinzukommen können jedoch Gebühren für mögliche Sondertilgungen oder die Vorfälligkeit.

Einkommensnachweise

Neben der bereits erwähnten Bonität sind Einkommensnachweise bei einem Kreditantrag der wohl wichtigste Faktor. In diesen Bereich können verschiedene Unterlagen eingeordnet werden. Selbständige legen meist die Bilanzen der vergangenen zwei bis Jahre vor, Arbeitnehmer können unter anderem Nachweise ihres Arbeitgebers vorlegen, um dem eigenen Kreditwunsch ein gutes Stück näher zu kommen. Auch Einkommenssteuerbescheide werden von den Banken in der Regel akzeptiert.

Kleinkredit

Nicht immer sind es die großen Summen, die Verbrauchern im Alltag weiterhelfen können. Vielfach nutzen Bankkunden auch den so genannten Kleinkredit. Als Kleinkredit werden allgemein Darlehen bezeichnet, deren Gesamtvolumen eher gering ist. Meist belaufen sich diese Darlehen auf Summen zwischen rund 500 Euro und maximal einigen Tausend Euro. Die Kosten für Kredite dieser Art sind vielfach besonders niedrig. Genutzt werden die Darlehen gerne zur Ablösung eines teuren Altkredites oder des Dispositionskredites.

Der Ratenkredit:

Der Ratenkredit ist seit einigen Jahren der wohl bekannteste und beliebteste Ansatz, um sich häufig Geld für Anschaffungen zu beschaffen, die unumgänglich sind. Auch im Einzelhandel sind die der häufigste Ansatz, wenn Unternehmen ihren Kunden Finanzierungsmodelle offerieren. Dem Namen entsprechend zahlen die Kreditnehmer ihre Darlehenssummen auf Basis monatlicher Raten zurück und nehmen die Tilgung des Kreditrahmens entsprechend sukzessiv vor. Möglich sind jedoch fast immer auch Sondertilgungen ober vorzeitige Ablösungen der Darlehen.

Die Restschuldversicherung:

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass selbst als sicher geltende Jobs im kritischen Situationen sprichwörtlich auf der Kippe stehen können. Doch die Gründe, weshalb Kreditnehmer Probleme bei der Rückzahlung ihrer Darlehen haben, können vielfältiger Natur sein. Eine Arbeitslosigkeit kann einer dieser Gründe sein. Aber auch eine (vorübergehende oder dauerhafte) Arbeitsunfähigkeit kann die Kreditrückzahlung nahezu unmöglich machen aufgrund finanzieller Engpässe. Kreditnehmer, die sich schon frühzeitig mit dem Sicherheitsaspekt bei Finanzierungen befassen, können über den Abschluss einer freiwilligen Restschuldversicherung (mitunter auch unter den Namen Restkreditversicherung bekannt) zusätzliche Sicherheit in den Kreditvertrag bringen.

Auch als Hinterbliebenenschutz können die Policen genutzt werden, falls der Kreditnehmer unerwartet verstirbt und die Familie denn Kreditanforderungen aus eigener Kraft nicht gewachsen wären. Wissen müssen Verbraucher, dass die Restschuldversicherung lediglich ein freiwilliger Ansatz sind. Als Voraussetzung für die Bewilligung eines Kreditwunsches dürfen Banken die Policen nicht ansetzen. Während Kleinkredite ohne Versicherungsschutz auskommen, lohnt sich der Abschluss eines Versicherungsvertrages bei hohen Summen wie im Falle einer Immobilienfinanzierung eigentlich immer.

Schufa-freie Darlehen

Die so genannten Schufa-freien Darlehen werden nach wie vor oftmals auch als Schweizer Kredite tituliert. Dabei werden Darlehen dieser Form mittlerweile vor allem per Internet auch von Anbietern beworben, die ihren Unternehmenssitz nicht in der Schweiz haben. Vorteilhaft wirkt sich hierbei aus, dass die Darlehensanbieter keine Bonitätsprüfung durch Anfragen bei den bekannten Auskunfteien vornehmen.

Solche Darlehen sind für Kreditinteressenten, die auf eine bewegte finanzielle Vergangenheit blicken, oft der einzige Weg, um ein weiteres Darlehen zu bekommen. Positiv wirkt sich zudem aus, dass sich der Begriff „Schufa-frei“ auch auf die Folgen der Darlehen bezieht. So kommen die Kredite ihrerseits mehrheitlich ohne eine Eintrag bei der Schufa aus.

Sondertilgungen

Die Sondertilgungen sind vor allem bei höheren Kreditsummen ein Punkt, der früh in der Planungsphase berücksichtigt werden sollte durch die Kreditnehmer. Es kann immer wieder vorkommen, dass unerwartet Kapital verfügbar wird. Ein Lottogewinn oder eine Erbschaft können dazu führen, dass Kreditkunden ihre Belastungen früher als erhofft senken können. Dies kann über die besagten Sondertilgungen geschehen. In welcher Form diese außerplanmäßigen Tilgungen erlaubt sind und welche Kosten dem Kreditnehmer entstehen, sollten Verbraucher schon beim Kreditvergleich in die Kalkulation einbeziehen. Unterschiede bietet der Markt einerseits hinsichtlich der zulässigen Höchsttilgungen und Fristen wie auch bezüglich der Kosten für die vorzeitige Rückzahlung.

Verzugszinsen

Zu den gängigsten Gebühren, die bei Krediten über den jährlichen Effektivzins hinaus erhoben werden, gehören die Verzugzinsen. Sie werden immer dann berechnet, wenn der Kreditnehmer – aus welchem Grund auch immer – Fristen für die Zahlung vereinbarter Raten versäumt oder es zu Rücklastschriften kommt. Da diese Nebenkosten im Einzelfall besonders hoch sein können, sollten Kreditnehmer einerseits sehr genau studieren, welche Anbieter mit fairen Konditionen arbeiten. Darüber hinaus sind die drohenden Verzugszinsen ein gutes Argument, um objektiv sinnvolle monatliche Kreditraten zu vereinbaren.

Vorfälligkeitszinsen

Mancher Kunde nutzte in den vergangenen Monaten die historisch günstigen Konditionen auf dem Kreditmarkt, um überteuerte Kredite aus früheren Jahren durch preiswertere Angebote abzulösen. Da die Ablösung für die Anbieter der bisherigen Darlehen unter normalen Umständen mit Umsatzeinbußen verbunden wären, erheben sie so genannte Vorfälligkeitszinsen. Auch diese sollten möglichst gering sein, damit die Kosten nicht dazu führen, dass Kreditnehmer nach der Ablösung gar nicht wirklich etwas gespart haben.

Schon diese kurze Aufstellung macht deutlich, wie sinnvoll es für Verbraucher ist, sich nicht unvorbereitet in eine Kreditverhandlung zu stürzen. Denn es gibt etliche Faktoren und Eigenschaften, die die Gesamtkosten eines Kredites zu Lasten der Kreditnehmer steigen lassen können. Mit dem Besuch beim Kredit und Finanz Lexikon können Verbraucher auf Nummer sicher gehen, dass sie wenigstens die allerwichtigsten Punkte verstanden haben, bevot die Verhandlung mit der Bank beginnen kann.

F

F

Fondskauf

© Lexikon WordPress Plugin by 3task