Studentenkredit

Die Zeit der Ausbildung ist für junge Menschen nicht nur in Sachen Bildung von großer Bedeutung. Für die meisten Auszubildenden und Studenten ist das Ende der Schulzeit auch der endgültige Start in die Unabhängigkeit. Damit einher gehen aber zwangsläufig erste eigene Fixkosten, die für Auszubildende ohne festes monatliches Einkommen zu einer Belastungsprobe werden können.

Selbst in den Fällen, in denen Ansprüche auf BAföG-Leistungen bestehen oder die Eltern mit finanzieller Unterstützung zur Seite stehen nach dem Beginn des Studiums oder des Ausbildungsverhältnisses. Aufgrund der neuen Studienbedingungen nach dem Bachelor- und Master-System ist es jedoch gerade für Studierende sehr schwierig geworden, die Zeit für einen Nebenjob jenseits des Lebens auf dem Campus zu finden. Guter Rat ist daher teuer, wenn es am Ende eines Monats mal wieder schlecht um die Haushaltskasse steht. Bei Azubis sieht es in diesem Punkt gleichermaßen schlecht aus, je nach dem, in welcher Branche die Ausbildung stattfindet.

Lieber auf den Dispositionskredit verzichten

Liegen finanzielle Engpässe vor, bleibt vielen Auszubildenden und Studierenden nur der Dispositionskredit des Girokontos, um unerwartete Ausgaben zu finanzieren. Das Problem in diesem Punkt: Trotz günstiger Konditionen auf dem eigentlichen Kreditmarkt (bedingt durch das niedrige Niveau des Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank) berechnen viele Banken beim Dispositionskredit extrem hohe Zinssätze, die vor allem im Falle einer Überziehung des Kreditrahmens sogar bis zu 20 Prozent betragen können. Junge Bankkunden sind also gezwungen, sich nach Alternativen umzuschauen. Ein Modell zur Finanzierung wichtiger Investitionen ist ein so genannter Studentenkredit. Allerdings – und dies ist zweifelsohne ein Manko für potentielle Kreditnehmer in der Ausbildungsphase – ist die Auswahl solcher Kredite für Auszubildende bisher noch relativ überschaubar. Dies kann und soll aber nicht bedeuten, dass es grundsätzlich keine Möglichkeit für Studierende gibt, ein Darlehen zu erhalten, um sich das Studium zu finanzieren.

Bessere Zinssätze für junge Kunden

Dass die Zahl der Ausbildungskredite und Studentenkredite weiter steigt, liegt in erster Linie daran, dass Kreditinstitute verstärkt auf eine frühzeitige Kundenbindung setzen. Das gute Verhältnis zu den gutsituierten Kunden von morgen lassen sich die Anbieter von Darlehen für Studierende gerne etwas kosten. Mit anderen Worten: Wenn Studenten und Auszubildende einen Kredit beantragen, kommen sie häufig in den Genuss besonders guter Konditionen. Auf der einen Seite werden die jährlichen Effektivzinssätze bei vielen Studentenkrediten wie auch bei den speziellen Darlehen für Auszubildende mitunter deutlich geringer angesetzt als bei den herkömmlichen Konsum- und Privatkrediten. Andererseits sind die Modalitäten für die Rückzahlung der Kredite wesentlich andere als bei normalen Kreditnehmern.

Neue Verbraucherkreditrichtlinie bringt Sicherheit für Kreditnehmer

Über viele Jahre hatten die Banken relativ freie Hand, wie sie in ihren Kampagnen ihre Darlehen anboten. Begriffe wie Sollzinssatz, Nominalzins und Effektivzinssatz waren für Verbraucher alles als leicht auseinanderzuhalten. Der deutsche Gesetzgeber hat sich auf Basis der Vorgaben der EU-Kommission aus Brüssel aus diesem Grund für ein rechtliches Einschreiten entschieden, um die Bürger besser vor verwirrenden Werbebotschaften zu warnen. Denn viele Bankkunden – dies gilt auch für Kunden, die einen Studentenkredit abgeschlossen hatten – waren früher mit einem niedrigen Nominalzins geködert worden, auf den am Ende jedoch noch viele verschiedene Gebühren aufgeschlagen wurden.

Inzwischen schreibt die so genannte Verbraucherkreditrichtlinie den Banken eindeutig vor, dass sie in ihren Produktpräsentationen zwingend den jährlichen Effektivzins nennen müssen. Dieser beinhaltet bereits Nebenkosten in Form von Bereitstellungsgebühren, Bearbeitungsgebühren und eine Reihe anderer Gebühren. Nicht enthalten sind Kosten für Sondertilgungen eine vorzeitige Rückzahlungen des gesamten Darlehens auf Wunsch des Kunden oder Extra-Kosten wie Verzugsgebühren, wenn Kreditnehmer einmal oder gar mehrfach die monatlichen Raten nicht bedienen können. Außerdem schreibt die neue Richtlinie vor, dass Kreditinstitute nur noch mit Konditionen werben dürfen, die tatsächlich auch für mindestens zwei Drittel ihrer Kreditnehmer realistisch sind. Auch dies eine wesentliche Erleichterung für Verbraucher, die beispielsweise einen Ausbildungskredit abschließen möchten, aber nicht über umfangreiches Hintergrundwissen aus den ersten Semesters eines Studiums der Betriebs- oder Volkswirtschaft verfügen und somit oft Verständnisprobleme in Sachen Bankenvokabular haben.

Raten erst nach Ende des Studiums zahlen

In vielen Fällen bedeutet dies, dass die Kreditnehmer erst nach dem Ende des Studiums mit der Tilgung der Darlehen beginnen müssen. Auf diese Weise werden die Kunden der Kreditanbieter in zeitlicher Hinsicht entlastet. Denn zusätzliche Kosten durch monatliche Kreditraten während des Studiums wären eine erhebliche Mehrbelastung, die für die Darlehensnutzer kaum zu bewältigen wären. Der Start in die Rückzahlungsphase ist größtenteils für die Zeit nach dem Diplom (oder einem anderen Ausbildungsende) angesetzt. Der Hintergedanke beruht darauf, dass Universitätsabsolventen nach wie vor gute Chancen haben, bei erfolgreichem Studienabschluss einen gut bezahlten Job zu finden. #

Bei der Rückzahlung kann vielfach pausiert

Da es oftmals zu einem Verzug bei der mitunter sehr zeitaufwendigen Suche nach einem passenden Arbeitsplatz kommen kann, bieten viele Kreditinstitute beim Studentenkredit einen zusätzlichen Aufschub von sechs Monaten und mehr, bevor die erste Kreditrate gezahlt werden muss. Ebenso finden sich Produkte auf dem Markt, bei denen die Kreditnehmer zudem während der Laufzeit Ratenpausen vereinbaren kann, falls es später doch unerwartet zu Problemen bei der Rückzahlung kommen sollte. In diesen Fällen verlängert sich die Kreditlaufzeit um die ausgefallenen beziehungsweise ausgesetzten Raten.

Seinen Namen entsprechend ist der Studentenkredit für die Finanzierung des Studentenlebens gedacht. Auf eine Zweckbindung wird bei der Vergabe meist aber verzichtet, so können Kreditnehmer ihr Darlehen für Studenten ebenso gut zur Finanzierung der Urlaubsreise in den Semesterferien einsetzen oder dem ausgiebigen Konsum frönen. Die Hauptsache ist, dass die Raten regelmäßig bezahlt werden können.

Darlehen mit Förderung vom Staat nur ein Weg

Die Bezugswege für Studentenkredite und Ausbildungskredite sind vielfältig. Doch nicht jedes Angebot wird den potentiellen Nutzern freiwillig von Seiten der Banken angeboten. Erhältlich ist ein solcher Ausbildungskredit zum Beispiel über die staatliche Förderbank KfW.

Vermittelt werden die Förderdarlehen für Studierende und Azubis im Prinzip über jede normale Hausbank. Eigentlich – denn aufgrund der geringen Gewinnmargen für die Kreditvermittlung bieten die Banken die KfW-Darlehen von sich aus in der Regel eher nicht an. Studierende sollten daher gezielt bei Banken nach dieser Form der Finanzierung fragen, wenn sich im Portfolio der Hausbank kein Produkt mit staatlicher Förderung findet.

Banken erkennen Potenzial bei Studenten und Azubis

Tatsächlich aber eignen sich inzwischen auch viele ganz normale Ratenkredite als Studentendarlehen. Viele Banken widmen sich dieser Kundengruppe und locken mit in einigen Fällen sogar deutlich besseren Konditionen, als sie dem normalen Kunden geboten werden, die über ein festes Einkommen verfügen. Der realistische Kreditrahmen jedoch wird in vielen Fällen wegen des geringen oder gar nicht vorhandenen Einkommens gering ausfallen. Wer einen Ratenkredit beantragen will und größere Summen benötigt, ist oft gut beraten, einen Elternteil als Partner für den Kreditantrag zu gewinnen. So wird meist eine höhere Bonität erreicht, was letztlich auch eine höhere Finanzierungssumme in Aussicht stellt.

Ratenzahlung kann an die persönliche Lage angepasst werden

Eine weitere günstige Eigenschaft vieler Studentenkredite ist die hohe Flexibilität, die den jungen Darlehensnehmern bei der Festlegung der Raten zugesichert wird. Während die Höhe der monatlichen Kreditraten bei klassischen Darlehen meist zu Beginn und durchgehend bis zum Ende der Laufzeit verbindlich sind, können bei Studentenkrediten und Ausbildungsdarlehen in vielen Fällen Anpassungen der Raten vorgenommen werden, um Rückzahlungsprobleme zu verhindern.

Kreditsummen werden vielfach ebenfalls in monatlichen Raten überwiesen

Um zu verhindern, dass die studentischen Kreditnehmer allzu freigiebig mit den Mitteln aus ihrem Ausbildungskredit umgehen, sehen viele Angebote nicht nur die Rückzahlung, sondern auch die Auszahlung des Kreditrahmens in monatlichen Raten vor. Einmalzahlungen sind zwar ebenfalls bei etlichen Studentendarlehen möglich. Die Bereitstellung des Darlehens in monatlichen Beträgen erweist sich aber vielfach als sinnvolle Entscheidung. Die maximal abrufbaren Summen pro Monat liegen in der Regel im oberen dreistelligen Bereich. Die planmäßige Auszahlungsphase wird meist auf Basis der so genannten Regelstudienzeit abgestimmt. Doch es gibt ebenso Studienkredite, die bis zu dem Zeitpunkt weiterlaufen, in dem der Kreditnehmer oder die Kreditnehmerin das Studium erfolgreich beenden. Die Rückzahlung selbst kann beim Studentenkredit nicht selten deutlich langfristiger angesetzt werden als die Auzahlungsphase. Bei einigen Produkten können die Summen über Zeiträume von mehr als zehn Jahren zurückgezahlt werden.

Nicht nur seriöse Anbieter sprechen Kunden an

Wie so oft sind es nicht nur die seriösen Anbieter von Darlehen, die auch die Studierenden als Kundenschicht erkannt haben. Der Begriff der „schwarzen Schafe“ findet sich in Berichten zum Thema Studiumsfinanzierung immer häufiger. Verbraucherzentralen und die Bankenaufsichten im Lande informieren jedoch immer wieder darüber, welche Ausbildungsdarlehen und Studentenkredite von seriösen Kreditanbietern stammen.

Auch lassen unabhängige Finanzexperten potentielle Kreditkunden wissen, bei welchen Kreditinstituten besonders niedrige Nebenkosten zu erwarten sind. Wie bei vielen anderen Darlehensmodellen sollten auch die studentischen Kunden vor allem auf die Möglichkeit zur Durchführung von Sondertilgungen achten und sich zudem das Recht sichern, ohne allzu hohe Extra-Gebühren das Darlehen vorzeitig in voller Höhe zurückzuzahlen. Denn wer einen guten Studienabschluss erreicht, wird möglicherweise sehr schnell einen guten Job mit einem nicht minder guten Monatseinkommen finden. Statt das Gehalt gering verzinst zu investieren, lohnt es sich in der Regel weitaus mehr, das Einkommen für Tilgung und Ablösung laufender Kreditverpflichtungen einzusetzen.

Studentendarlehen als Weg zur Ablösung von BAföG-Krediten

Ganz zum Schluss noch ein weiterer interessanter Hinweis für junge Bürger, die eigentlich aufgrund ihres BAföG-Anspruchs gut über die Runden kommen während der Studienzeit. Auch für sie kann ein Studentenkredit zum Ende des Studiums hin eine gute Wahl sein. Denn auf diese Weise können die Kreditbelastungen durch das Darlehen nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz erheblich gesenkt werden. Der Grund: Wird die über Jahre hinweg gezahlte BAföG-Summe auf einen Schlag erstattet, gewährt der Gesetzgeber den jungen Kreditnehmern, die einen solchen staatlich geförderten Studentenkredit abgeschlossen haben, einen Nachlass von sage und schreibe 50 Prozent. Bietet der Kreditmarkt günstige Konditionen wie aktuell, können die Gesamtkosten durch diese Variante der Rückzahlung spürbar gesenkt werden.

Die Targobank als fairer Partner für Studierende und Azubis

Ein Ansatz zur Umsetzung eines solchen Ablösewunsches kann der Studentenkredit der früheren Citibank Deutschland und heutigen Targobank aus dem schönen Düsseldorf sein. Laufzeiten können Kunden zwischen mindestens 12 und maximal 84 Monaten festlegen. Die Finanzierungssummen liegen zwischen 1.500 Euro und 50.000 Euro. Die Anschaffung eines neuen PCs fürs Schreiben der Diplom- oder Master-Arbeit ist damit als Kleinkredit ebenso möglich wie die komplette Finanzierung des Studiums. Positiv am Ausbildungskredit bzw. dem Studentenkredit der Targobank:

Die Kunden können den Kontakt zur Bank ebenso online suchen wie auch die persönlichen Beratungsangebote in einer der vielen Zweigstellen der Bank in ganz Deutschland nutzen. Außerdem gehört die Targobank zu den wenigen Instituten, die ausdrücklich auf ihrer Webseite mit einem KfW-Studentenkredit werben. Bei einer maximalen Förderdauer von 14 Semestern können die Kreditnehmer je nach Kreditgesamtsumme pro Monat Wunschbeträge zwischen nur 100 und höchstens 650 Euro aufs Konto überweisen lassen. Die Rückzahlung kann in diesem Fall sogar erst bis zu 23 Monate nach Zahlung der letzten Rate begonnen werden. Zurückzahlen müssen die Kunden ihr Ausbildungsdarlehen mit KfW-Förderung spätestens nach 25 Jahren. Weiterhin erfreulich: Sondertilgungen sind für studentische Kreditnehmer sogar kostenlos und zu jedem Zeitpunkt möglich!

Deutsche Bank bietet lange Rückzahlungs-Zeiträume und hohe Verfügungssummen pro Monat

Auch der Branchenprimus Deutsche Bank bietet jungen Kunden ein eigenes Angebot zur Studienfinanzierung. Das Unternehmen arbeitet diesbezüglich nach dem Motto „flexibel und individuell“. Und genau dieses Motto kommt den Kreditkunden im Ausbildungsverhältnis tatsächlich zugute. Die Obergrenze der monatlichen Auszahlungen liegt bei der Deutschen Bank bei 800 Euro und gehört daher zu den Angeboten mit den höchsten Monatsraten, die Kreditnehmer auszahlen lassen können. Wie hoch genau die Summen pro Monat liegen können, hängt natürlich auch in diesem Fall von der Laufzeit ab.

Darüber hinaus können Studierende in den ersten beiden Semestern ihres Studiums höchstens 200 Euro abrufen. Die Maximalsumme für Verbraucher, die einen Deutsche Bank-Studentenkredit beantragen liegt bei 30.000 Euro. Gezahlt wird für bis zu 60 Monate. Die Phase der Rückzahlung beginnt erst ein Vierteljahr, nachdem die Kreditnehmer und -nehmerinnen ins Berufsleben gestartet sind. Alternativ muss die Erstattung des Studentendarlehens ein Jahr nach Ende des Studiums begonnen werden. Die Rückzahlung selbst darf auf maximal 144 Monate angelegt sein. Interessant ist das Angebot auch deshalb, weil neben den Besuchern staatlich anerkannter Universitäten und (Fachhochschulen auch Studierende an Berufsakademien in der Bundesrepublik einen solchen Kredit beantragen können. Nachweise über ein eigenes Gehalt werden nicht verlangt.

Fazit zum Studentenkredit:

Auch ohne staatliche Förderungen können junge Bankkunden die Chance bekommen, ein Darlehen für die Finanzierung ihres Studentenalltags zu erhalten. Die Hilfe der eigenen Eltern oder anderen Bürgen kann zu einer Anhebung des möglichen Kreditrahmens führen. Aber sogar ohne die Unterstützung der Familie oder eigenes Monatseinkommen bieten sich inzwischen etliche Gelegenheiten, um sich ohne Nebenjob voll und ganz auf das Studium konzentrieren zu können und erst dann die Rückzahlung zu starten, wenn am Ende des Aufenthaltes an der Uni ein lukrativer Job in Sicht ist.